Nabelbruchchirurgie

Im Nabel treten in der Zeit vor der Geburt die versorgenden mütterlichen Blutgefäße in den Körper des Kindes ein. Somit  besteht hier eine natürliche Schwachstelle der Bauchwand, die sich zu einer Bruchpforte entwickeln kann. Vor allem bei Kindern mit niedrigem Geburtsgewicht oder bei sog. Schreikindern kann sich dann ein Nabelbruch ausbilden. Allerdings bildet sich die Mehrzahl der kindlichen Nabelbrüche im Rahmen des Wachstums der Bauchdecke ohne weiteres Zutun bis zum zweiten Lebensjahr zurück, so dass bis zu diesem Alter in der Regel keine Operation erforderlich ist.

Bei Erwachsenen entsteht ein Nabelbruch häufig bei Umständen, die den Druck im Bauchraum stark erhöhen, wie schweres Heben, starkes Übergewicht, Bauchwassersucht(Aszites) oder auch im Rahmen einer Schwangerschaft. Ein Nabelbruch verursacht nicht generell Beschwerden, solange sich die Vorwölbung problemlos in den Bauchraum zurückdrücken läßt. Bei Größenzunahme können jedoch dann Schmerzen  beim Husten, Stuhlgang oder Sport auftreten. Eine sofortige Operation ist bei Einklemmungserscheinungen mit starken Schmerzen, Übelkeit/Erbrechen und Zeichen eines Darmverschlusses erforderlich. Da eine Notoperation immer ein erhöhtes Risiko beinhaltet, sollte ein symptomatischer, Beschwerden verursachender Nabelbruch geplant operiert werden. Dies ist dann in der Regel problemlos auch ambulant möglich.

 

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Kleine Nabelbrüche

Bei kleinen asymptomatischen Nabelbrüchen unter 0,5 cm kann zunächst auf eine operative Versorgung verzichtet werden. Der Patient sollte jedoch über das auch hier bestehende geringe Einklemmungsrisiko aufgeklärt werden. Nur bei wiederkehrenden Beschwerden ist auch bei kleinen Nabelbrüchen die Indikation zum Bruchlückenverschluss gerechtfertigt. Bei Nabeldefekten von unter 2 cm sollte der Defekt mit Nähten verschlossen werden.

Mittlere Nabelbrüche

Die unakzeptablen hohen Wiederauftretensraten nach einer einfachen Naht der Bruchlücke, wie vor vielen Jahren allgemein üblich, konnten durch den Einsatz von Kunststoffnetzen deutlich gesenkt werden. Bei Nabelbrüchen von 2 bis 4 cm Durchmesser empfiehlt sich die Einlage eines Netzes.

Große Nabelbrüche

Für Nabelbrüche mit einem Defekt von mehr als 4 cm gilt eine Netzreparation als obligat.

Schlussfolgerung

Die Notwendigkeit zur Nabelbruchoperation besteht bei Bauchwandlücken über 0,5 cm sowie bei allen Nabelbrüchen, die Beschwerden hervorrufen nach Vollendung des 2. Lebensjahres. Bei Nabeldefekten unter 2 cm kann der Defekt mit einem nicht auflösbaren Faden verschlossen werden. Bei mittleren und großen Bauchnabelbrüchen sollten Netze eingelegt werden. Nahezu sämtliche angebotenen Operationsverfahren können ambulant durchgeführt werden, d. h. die Patienten können 1 bis 2 Stunden nach Beendigung des operativen Eingriffes wieder nach Hause entlassen werden. Die vollständige Belastbarkeit ist bei Operationsverfahren ohne Netzeinlage nach 6 bis 8 Wochen gegeben. Bei Operationsverfahren, bei denen ein Netz verwendet wird, ist die volle Belastbarkeit nach 3 bis 4 Wochen gegeben.