Schlüssellochoperationen (TAPP/TEP)

Auch für Eingeweidebrüche sind sog. minimal invasive OP-Techniken erprobt worden.Es gibt prinzipiell zwei verschiedene Möglichkeiten: zum einen kann man über eine Bauchspiegelung in den Bauchraum gehen und sozusagen "von innen" den Bruch wieder zurückziehen. Die Bruchpforte wird dann einfach mit einem großflächigen Netz überdeckt (TAPP = transabdominelle präperitoneale Präparation). Bei der anderen Methode (TEP = Total extraperitoneale Präparation) wird der Bauchraum nicht eröffnet, der Operateur spaltet die Bauchdecke knapp oberhalb des Bauchfells und verschließt dann von hier aus die Bruchlücke.

Auch wenn von außen bei diesen Verfahren nur kleine Schnitte zu sehen sind: die Traumatisierung des Gewebes ist erheblich größer als bei den direkten OP-Methoden über die Leiste! Umfangreiche Analysen von Studienergebnissen haben ergeben, dass zwar nicht mehr Komplikationen als bei den offenen Verfahren auftreten, diese aber dann deutlich schwerwiegender sind, da oftmals Bauchorgane mitbetroffen sind durch Infekte oder Verwachsungen. Auch können diese Eingriffe nur in Vollnarkose und im Krankenhaus durchgeführt werden und es erfolgt keine Rekonstruktion des Leistenkanals, so dass die Rückfallhäufigkeit (Rezidivquote) bei diesen Verfahren höher ist.

Um dieses noch zu verdeutlichen eine Anmerkung: Im Rahmen der Hamburger Hernientage 2008 wurden die ca. 500 anwesenden Chirurgen mittels TED-Umfrage gefragt, wer sich einen Leistenbruch durch eine Schlüssellochoperation oder durch einen "offene Operation" mit einem kleinen Schnitt operieren lassen würde. Bei der Umfrage antworteten 97% der anwesenden Chirurgen, dass sie sich lieber "offen" durch einen kleinen Schnitt operieren lassen würden und nicht nach der "Schlüssellochmethode".