Krampfadern (Varizen)

Krampfadern sind erweiterte Venen. Oberflächliche Krampfadern sind gut sichtbar oder tastbar und schlängeln sich im Unterhautfettgewebe am Bein entlang. Tief liegende (innere) Varizen sieht man nur im Ultraschall oder in der Phlebographie. Durch die Erweiterung der Venen kommt es zu einem unvollständigen Schluss der Venenklappen, man spricht von der Klappensinsuffizienz. Der hydrostatische Druck, der auf den Gefäßen im unteren Teil des Körpers lastet, führt dazu, dass vermehrt Wasser samt darin gelöster Bestandteile durch die Venenwand sickert und sich im Gewebe, häufig beginnend in der Knöchelregion, ansammelt (Ödembildung).

Träge fließendes oder gestautes Blut in den Venen führt unter anderem auch zu Müdigkeits-/Schweregefühl, unruhigen Beinen, Schmerzen oder nächtlichen Wadenkrämpfen.

Schwellung (Ödem)

Ein Anschwellen von Gewebe (Ödem) kann viele Ursachen haben. Oft handelt es sich um Lymphflüssigkeit, die entweder vermehrt gebildet wird, z.B. bei Entzündungen oder Verletzungen, oder nicht gut abfließen kann. Solche Stauungsvorgänge sind nicht selten mit Krampfaderleiden kombiniert. Durch den manchmal massiv erhöhten Druck im Gewebe entstehen Schmerzen und wenn die Haut dem Druck nicht mehr gewachsen ist, kommt es zu Verhärtungen (Fibrose) oder Rissen mit offenen Wunden (Ulcus). Eine Gewebeschwellung kann aber auch durch vermehrtes Unterhautfettgewebe bedingt sein, dann handelt es sich um ein sog. Lipödem.

Es gibt noch viele weitere Ursachen für Schwellungen, wie z.B. Hormonwirkung, Herz- oder Nierenerkrankungen oder auch Nebenwirkungen von Medikamenten. Daher ist eine sorgfältige Untersuchung sehr wichtig.

Venenentzündung (Phlebitis)

Vor allem in sehr ausgesackten Krampfadern fließt das Blut nicht mehr zum Herzen hin ab, sondern staut sich. Zu langsam fließendes Blut verdickt sich immer stärker und „versumpft“ regelrecht. Das führt zu einer Reizung der dünnen Venenwand und es kann sich eine schmerzhafte oberflächliche Venenentzündung ausbilden. Leider weiß man auch, dass sich in bis zu 40% der Fälle auch eine gefährliche tiefe Beinvenenthrombose entwickeln kann, daher sollte bei jeder oberflächlichen Venenentzündung eine Ultraschalluntersuchung der tiefen Venen erfolgen.

Thrombose

Von einer Thrombose spricht man, wenn ein Blutgerinnsel ein Gefäß völlig oder teilweise verschließt, so dass der Blutfluss behindert wird.

Ursächlich kann zum einen eine Verlangsamung des Blutflusses z. B. durch Bettlägerigkeit, Ruhigstellung eines Beines im Gips, Sitzen in beengter Position (Flugreise) oder mangelnde Bewegung sein. Die Wadenmuskulatur, die das Blut normaler befördert, wird nur ungenügend betätigt und so die Bildung von Gerinnseln und der Austritt von Flüssigkeit in das Gewebe begünstigt.

Schäden an der Innenschicht der Blutgefäße können durch Verletzungen (z. B. Sportunfall), aber auch durch Entzündungen (z. B. fortgeleitete Venenentzündung) entstehen. Als Folge verschiedener Erkrankungen kann es zu einer Erhöhung der Gerinnungsneigung mit nachfolgender Gerinnselbildung des Blutes kommen.

Die typischen Symptome sind Ziehen oder muskelkaterähnlicher Schmerz, vor allem in der Wade sowie Schwellung mit glänzender bläulicher oder überwärmter Haut.

Das Gefährliche an der tiefen Venenthrombose ist das mögliche Entstehen einer Lungenembolie. Zeichen dafür sind atemabhängige Brustschmerzen, Atemnot und Herzrasen.

Neben einer akut gefährlichen Lungenembolie kann es auch zu Schädigungen der betroffenen Vene kommen. Wenn das Blutgerinnsel nicht aufgelöst wird, wird der Blutrückfluss möglicherweise dauerhaft beeinträchtigt.

Die Venenklappen schließen nicht mehr richtig und das venöse Blut staut sich. Wenn sich ein Umgebungskreislauf über das oberflächliche Venensystem ausbildet, wird dieses extrem überlastet.

Der Folgezustand wird als postthrombotisches Syndrom bezeichnet und äußert sich mit Krampfadern, Schwellneigung und Hautveränderungen, deren Schweregrad von Farbveränderungen bis zu Unterschenkelgeschwüren reicht. Spätschäden sind oft schmerzhaft und nicht mehr zu reparieren. Wichtig ist daher die frühzeitige Diagnose. Neben der körperlichen Untersuchung gibt es einen Labortest, der die Abwesenheit einer Thrombose mit großer Sicherheit feststellen kann (D-Dimere). In einer speziellen Ultraschalluntersuchung (Duplexsonographie) lassen sich die oberflächlichen und tiefen Venen auf Gerinnselbildung untersuchen.

In unklaren Fällen kann eine spezielle Röntgenuntersuchung (Phlebographie mit Kontrastmittelgabe) oder ein MRT erforderlich werden.

Die Behandlung erfolgt heutzutage in der Regel ambulant. Ein Krankenhausaufenthalt ist nur in Ausnahmefällen notwendig und dann auch nur kurz. Die medikamentöse Behandlung mit blutverdünnenden Medikamenten sollte möglichst schnell einsetzen.

In der Regel wird zunächst mit Spritzen behandelt (niedermolekulares Heparin). Dieses wird in der Regel einmal täglich knapp unter die Haut gespritzt. Es gibt heute Fertigspritzen, die eine Selbstanwendung kinderleicht machen. Je nach Befund wird ggf. dann überlappend mit dieser Behandlung eine Blutverdünnung mit Tabletten eingeleitet.

Von entscheidender Wichtigkeit ist auch das Tragen der Kompressionsverbände oder Kompressionsstrümpfe. Diese tragen erheblich dazu bei, die Venenklappen zu entlasten und einem postthrombotischen Syndrom vorzubeugen.

Vorbeugen ist wichtig

Bewegen Sie sich viel:

geeignete Sportarten sind z. B. Radfahren, Wandern und Schwimmen.

Vermeiden Sie langes Sitzen und Stehen in beengter Position, bei längeren Reisen Pausen einlegen, Treppensteigen statt Aufzug.

Ausreichend trinken, Flüssigkeitsverlust führt dazu, dass das Blut eindickt und die Thrombosegefahr zunimmt. Dies gilt besonders im Sommer. 

Gerinnungsstörungen

Wenn das Gleichgewicht des Blutgerinnungssystems gestört ist, kann es zu wiederholten Thrombosen der tiefen Venen oder zu Venenentzündungen im oberflächlichen Blutsystem kommen. Wir behandeln Sie nach den aktuellen anerkannten Leitlinien, auch in Zusammenarbeit mit Gerinnungsspezialisten.

Hautprobleme (Ekzem, Fibrose)

Durch einen vermehrten Stau im Venensystem kommt es zu Veränderungen des Unterhautbindegewebes und der Haut selbst. Juckreiz, nässende oder trocken-schuppige Hautstellen und Entzündungen sind nicht selten die Folge. Erster Ansatzpunkt jeder Therapie ist deshalb zunächst die Förderung des venösen Rückflusses bei gleichzeitiger Minderung freier Flüssigkeit im umliegenden Gewebe. Das Tragen von Kompressionsstrümpfen in besonderen Stricktechniken (Flachstrick/Rundstrick), die bei Bedarf nach Maß gefertigt werden, ist deshalb unverzichtbar. Die Verarbeitung von antibakteriell wirkenden Silberfäden kann bei entzündlichen Prozessen und Hautveränderungen zusätzlich lindernd wirken.

Ulcus cruris (offenes Bein)

Ein wichtiger Punkt in der Behandlung von offenen Beinen ist die Abklärung der Ursache mittels Ultraschall. Bei offenen Beinen als Folge von Durchblutungsstörungen der Arterien kann eine Aufdehnung von Engstellen oder auch eine Umgehung von Gefäßverschlüssen durch einen sogenannten Bypass notwendig werden. Dazu stellen wir Sie in der Gefäßsprechstunde des Krankenhauses Barmherzige Brüder in Regensburg vor. Bei Geschwüren am Bein durch Venenprobleme behandeln wir Sie je nach Befund mit den bewährten Operationsverfahren und Kathetertechniken. Die Versorgung der Wunde erfolgt nach den Richtlinien der modernen Wundversorgung mit Verbandsstoffen, die an den jeweiligen Zustand der Wunde angepasst sind. Zusätzlich sind Lymphdrainage und gut sitzende Kompressionsstrümpfe in entsprechender Stärke bei Venen- und Arterienleiden weitere wichtige Maßnahmen, um die Abheilung der offenen Beine zu fördern.

Männer

Krampfadern sind nur kosmetische Veränderungen? Leider eine weit verbreitete Meinung unter der männlichen Bevölkerung. Aber die Komplikationen der Krampfadern wie Venenentzündung, Blutungen oder offene Beine machen auch vor Männern nicht Halt! Daher gilt: Auch bei Männern müssen Krampfadern behandelt werden! Leider gehen Männer oft viel zu spät zur Untersuchung, weshalb bei ihnen häufiger fortgeschrittene Befunde mit Komplikationen diagnostiziert werden.

Schwangerschaft

Die Veränderungen im Hormonhaushalt von Schwangeren sowie die Gewichtszunahme durch das Wachstum des Babys im Mutterleib führen oft zu einer unerwarteten Belastung der Venen. Bei manchen Frauen kommt es auch während der Schwangerschaft zu Venenentzündungen oder zu Thrombosen. Wir untersuchen und beraten Sie gerne im Notfall und bei Routinefragen.