Klassische Crossektomie

Bei der Crossektomie wird mittels Leisten- bzw. Kniekehlenschnitt die defekte Venenklappe im Bereich der Einmündungsstelle der Stammvene in die tiefe Leitvene unterbunden. Hierdurch wird der Rückstau des Blutes von der tiefen Vene in das Bein beseitigt. Wir setzen zusätzlich Techniken ein, um die Neubildung von Gefäßen aus dem verbleibenden Stumpf zu verhindern.

Stripping nach Babcock

Liegen auch Klappenschäden im Bereich der Stammvene selbst vor, werden diese ebenfalls behandelt. Durch die vorgehende Ultraschalluntersuchung wurde bereits festgelegt, in welchem Venenabschnitt Klappenschäden vorliegen. Das ist insofern von großer Wichtigkeit, weil heutzutage nicht mehr die komplette Stammvene entfernt werden muss (stadiengerechtes Operieren). Falls sie nur im oberen Teil erkrankt ist, wird auch nur der obere Anteil entfernt, der noch gesunde Venenanteil bleibt erhalten und kann z. B. zu einem späteren Zeitpunkt noch für einen Bypass verwendet werden. 

Die erkrankte Stammvene wird mittels einer Sonde aufgefädelt und durch einen kleinen Gegenschnitt herausgezogen (Strippen = Herausziehen). Dabei verwenden wir die schonendere invaginierende Methode, bei der die Vene nach innen eingekrempelt wird und so das Umgebungsgewebe deutlich weniger in Mitleidenschaft gezogen wird.

Miniphlebektomie ("Häkelmethode")

Oberflächliche Astkrampfadern entfernen wir durch winzige Einschnitte mit der sogenannten „Häkelmethode“. Über eine Stichinzision im Bereich der zuvor angezeichneten Krampfader wird das Gefäß mit einem kleinen Häkchen (ähnlich einer Häkelnadel, daher der Name) entfernt. Eine Naht ist nicht erforderlich. Es wird lediglich ein steriler Pflasterstreifen (Steristrip) aufgebracht. Diesen können Sie nach 3 bis 4 Tagen selbst entfernen.

Diese elegante Methode bringt selbst bei fortgeschrittenen Befunden hervorragende kosmetische Ergebnisse und kann oft in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Perforansunterbindung

Unter einer Perforansvene versteht man eine Verbindungsvene zwischen oberflächlichem und tiefem Venensystem. Auch diese können defekte Klappen entwickeln und lassen das Blut dann „falsch herum“ zur Haut zurückfließen. Nicht selten ist der Druck in diesem Bereich dann so hoch, dass hier die sogenannten offenen Beine entstehen.

Die erkrankte Verbindungsvene wird über einen kleinen Hautschnitt aufgesucht und an ihrer Durchtrittsstelle durch die Muskelfaszie abgebunden und entfernt. Dadurch ist der schmerzhafte Rückstau sofort beseitigt. Auch diesen kleinen Eingriff führen wir in der Regel in örtlicher Betäubung durch.

Warum kein CHIVA?

Die CHIVA-Methode stammt aus einer Zeit, als man noch nicht die modernen schnittfreien Verfahren zur Krampfaderbehandlung kannte. Man versuchte, die Stammvene zu erhalten bzw. deren Funktion durch die Entfernung zuführender Seitenäste wieder zu verbessern. Dazu sind allerdings häufig viele und zum Teil auch große Schnitte erforderlich. Auch neigt diese Methode wesentlich häufiger als die anderen gängigen Verfahren zum Wiederauftreten von Krampfadern (Rezidiven).

Durch die Entwicklung der neuen sogenannten endovenösen Verfahren, bei denen die erkrankte Vene nicht mehr über einen Schnitt entfernt und herausgezogen werden muss, sondern schonend von innen verschlossen werden kann, ist dieses Verfahren überflüssig geworden. Auch entsprechen die doch zum Teil großen erforderlichen Schnitte nicht mehr den heutigen kosmetischen Ansprüchen.

Unser ältester Patient

Mit 91 Jahren, da fängt das Leben an...

Ein Foto mit Frau Dr. Withöft und ihrem bislang ältesten ambulant operierten Patienten mit 91 (!) Jahren.